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Ferrari Virtual Race

Ferrari Virtual Race - Training Session


Plattorm: PC
Entwickler: Synetic
Publisher: Ferrari/System 3
Genre: Freeware/Rennspiel
USK/PEGI: n/a
Release: 29.03.2009

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Ferraris gehören nicht nur im täglichen Straßenbild zu den selteneren Anblicken, auch in virtuellen Gefilden gehören die roten Renner aus Maranello nicht gerade zum Alltag. Mit Ferrari Virtual Race gibt es nun sogar ein kostenloses Rennspiel für den PC. Dieses Geschenk lassen wir uns natürlich nicht entgehen und unterziehen Ferrari Virtual Race einer kleinen Testfahrt.

Der Name Ferrari ist nicht nur weltweit als Synonym für Luxus und Exklusivität bekannt, sondern natürlich besonders für Sportwagen-Fans wie Musik in den Ohren. Seit jeher hat dieses exklusive Vergnügen aber auch seinen Preis und wer in Zeiten der Finanzkrise die gut 200.000 Euro, die beispielsweise ein F430 kostet, leider nicht mehr auf dem Konto hat, der kann das Vergnügen Ferrari zu fahren immerhin virtuell erleben - und das neuerdings sogar komplett kostenlos. Ferrari Virtual Race kann direkt über Eleven-Games heruntergeladen werden.

Profis am Werk

Die "Ferrari Virtual Race Training Session", wie das Teil mit vollem Namen heißt, kommt also direkt mit dem vollen Segen der Ferrari-Marketingverantwortlichen auf die Festplatte eures PCs. Verantwortlich für die Umsetzung des Spiels zeichnen jedoch ein paar andere, in der Rennspielwelt aber wohl bekannte Köpfe. Entwickelt wurde das Spiel nämlich in Gütersloh bei den erfahrenen Rennspielschöpfern von Synetic und für das Publishing zeichnet die britische Firma System 3 verantwortlich, welche ja bereits im letzen Jahr mit Ferrari Challenge für die PS3 positiv überraschte.

Mehr oder weniger viel

Wer jetzt aber denkt für wenig beziehungsweise gar kein Geld würde man nun auch wenig Spiel bekommen, der liegt relativ falsch. Natürlich ist das Gratis-Game kein Umfangswunder, aber Ferrari Virtual Race bietet schon jetzt mit dem F430 Scuderia, dem 599 GTB Fiorano und dem 612 Scaglietti immerhin drei Sportwagen aus dem exklusiven Ferrari-Programm. Als einzige Strecke steht das italienische Mugello parat und Spielmodi gibt es auch nur einen, nämlich das gute alte Einzelrennen. Weitere Ferrari-Modelle sowie ein Multiplayer-Modus sollen später als DLC folgen.

Steck viel Synetic drin

Wie es für Games von Synetic typisch ist, nutzt auch Ferrari Virtual Race die hauseigene Landscape-Engine und das sieht man dem Spiel auch an. Wer schon einen der beiden World Racing oder der inzwischen drei Cobra 11-Titel sein Eigen nennt, wird den Look unmittelbar wieder erkennen. So profitiert auch Ferrari Virtual Race von großen Sichtweiten, einer bunten und breiten Farbpalette und einer hübschen Beleuchtung. Dementgegen stehen Polygonraten und Texturauflösungen, die vielleicht nicht mehr ganz auf dem allerletzten Stand sind. Insgesamt wirft der Gratis-Renner aber ein gelungenes optisches Gesamtpaket ab, das sich nicht zuletzt dank der einmal mehr hübschen Cockpit-Perspektiven gut ansehen lässt.Als nettes visuelles Gimmick erweist sich außerdem das aus den Alarm für Cobra 11-Spielen bekannte Feature Instant Replay, welches automatisch, oder auf Wunsch auch manuell, besonders spektakuläre Szenen selbstständig erkennt und direkt wiederholt. Und natürlich haben die ein oder anderen grafischen Schwächen auch ihre Vorteile, denn so läuft das Game auch auf älteren Rechnern wunderbar flüssig. Aber nicht nur optisch lässt sich das Spiel einwandfrei zuordnen, auch das Fahrverhalten ist über Jahre und unzählige Spiele hinweg erprobt und gewachsen. Wer mag darf sich natürlich der bekannten Arcade Plus Option bedienen, um das Spiel so einsteigerfreundlich wie möglich zu gestalten. Aber auch wer gänzlich ohne Fahrhilfen auskommt, dürfte mit dem Fahrverhalten wenig Probleme bekommen. Untersteuern sucht man vergebens und Übersteuern gibt es nur auf ausdrücklichen Wunsch des Fahrers, was sich dann aber zu wunderschönen Drifts verketten lässt. Insgesamt ist es eine wirklich gelungene Mischung aus viel Arcade und einer kleinen Prise Realismus obendrauf.

Auch als Dreirad unterwegs

Etwas mehr als nur eine Prise Realismus versprüht sogar das Schadensmodell, wenn auch nur sehr kurzzeitig. Doch fangen wir vorne an. Zunächst einmal ist es schon bemerkenswert, dass ein Spiel wie dieses, das der Hersteller ganz offiziell für sich als Marketinginstrument nutzt, überhaupt ein Schadensmodell besitzt. Die vielleicht noch größere Überraschung daran ist aber, dass die ohne Zweifel vorhanden Qualitäten der Synetic-Engine in diesem Bereich kaum beschnitten wurden. Wie man in den Cobra 11-Games gesehen hat, macht diese vor kaum einem Bauteil Halt. So hat der Redakteur nicht schlecht gestaunt, als er seinen F430, natürlich mit voller Absicht und zu Testzwecken, mit weit über 200 km/h in die nächstbeste Mauer stopfte und plötzlich das linke Vorderrad eigene Wege ging. Es ist also sogar möglich sich Räder abzufahren. Dass sich der sündhaft teure Sportwagen danach nicht mehr so elegant fährt, wie zuvor, dürfte selbstverständlich sein. Trotzdem ist Ferrari Virtual Race auch in diesem Bereich keine Sim, denn wer nach einem solchen Crash kurz anhält oder die Rücksetztaste betätigt hat wieder ein voll funktionstüchtiges aber nach wie vor optisch sehr verunstaltetes Auto. Richtig ernst meint es Ferrari mit dem Schadensmodell also nicht, doch auch das bis hierhin gebotene ist schon eine faustdicke Überraschung.

Fazit

Unverhofft kommt oft könnte das Motto für Ferrari Virtual Race lauten, denn mit einem Rennspiel für lau, ausgerechnet von und mit Ferrari, hätte wohl keiner gerechnet. Technisch mag sich der Titel natürlich nicht mit den Triple A-Titeln der Next-Gen-Ära messen können, aber für ein paar schnelle Runden zwischendurch bietet die Optik auf alle Fälle genügend Sehenswürdigkeiten. Um ehrlich zu sein gibt der Titel zurzeit auch nicht viel mehr als das her, denn trotz des spaßigen, gutmütigen Fahrverhaltens und dem netten Schadensmodell und so gut das Spiel soweit auch ist, der jetzige Umfang wird wohl keinen Spieler dauerhaft von seinen Vollpreisprodukten weglocken. Aber wenn man umsonst Ferrari fahren darf, sollte eigentlich niemand ernsthaft Nein sagen, oder?

Quelle: Speedmaniacs